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Limmat-Nixen ZürichMühlestr. 38
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Olga Sedakova, die dreifache Synchronschwimm-Weltmeisterin 1998 (Solo, Duett und Gruppe) Die beste Synchronschwimmerin der Welt trainiert seit 1993 bei den Limmat-Nixen |
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Alle ihre Schwimmanzüge sind slebstgemacht: Olga ist gleichzeitig Designerin, Stylistin und Schneiderin.
Olga schwimmt ihre Kür in Perth
Olga zeigt die drei Goldmedaillen, die sie in Perth absahnte.
Olga Sedakova (rechts) mit Anna Kozlowa 1993 in Zürich.
Keine andere Schwimmerin schwimmt mit solcher Eleganz und Kraft zugleich.
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Mit drei WM-Goldmedaillen im Gepäck zurück nach Zürich: Olga Sedakova, die weltbeste Synchronschwimmerin, trainiert seit Februar 1998 wieder die Limmat-Nixen. Die Russin möchte gerne Schweizerin werden.
Gold im Einzel, Gold im Duett und Gold in der Gruppe: Olga Sedakova (26) räumte bei der Weltmeisterschaft in Perth (Australien) alles ab, was es im Synchronschwimmen zu gewinnen gibt. Nach bereits elf (!) EM-Titeln die Krönung ihrer Karriere. "Jetzt", sagt die blonde Russin, "ist eben meine Zeit gekommen." Zum Favoritenkreis hatte sie schon seit Jahren gehört. Aber beim Synchronschwimmen ist es wie beim Eiskunstlauf: Es braucht nicht nur Klasse, sondern auch einen bekannten Namen, um die Punkterichter zu überzeugen. Spätestens seit Sommer 1997, seit ihrem Weltcup-Sieg in China, ist Olga auch den gestrengen Richtern am Bassinrand ein Inbegriff für Anmut und Perfektion. In Zürich gilt die Moskauerin schon seit sechs Jahren als Mass aller Dinge. Damals, mit gerade mal 20 Jahren, war sie von Limmat-Nixen-Chefin Susi Morger als Trainerin an die Limmat gelotst worden. Nach der monatelangen WM-Vorbereitung in Russland mit dem unübertreffbaren Erfolg in Australien als Höhepunkt, landete Sedakova am vergangenen Samstag wieder in Zürich. In der Hoffnung, ihre WM-Titel endlich vergolden zu können, in der Hoffnung aber auch, sobald als möglich Schweizerin zu werden. Der einfachste zum Schweizer Bürgerrecht ist bekanntlich die Heirat. Aber Olga winkt lachend ab: "Ich würde nie nur wegen des roten Passes heiraten! Aber wer weiss, wenn ich tatsächlich den richtigen Mann finden sollte..." Anfangs, als sie erstmals nach Zürich gekommen sei, habe sie sich wie eine Randständige gefühlt! "Es war eine schwierige Zeit. Ich konnte mich nur mit Englisch verständigen, alles kam mir so schrecklich fremd vor." Das hat sich inzwischen geändert. Olga redet perfekt Deutsch, hat sich die Sprache im Selbststudium beigebracht. "Nach vier Wochen in der Schule", so die hübsche Dame, "hatte ich genug. Es ging mir viel zu langsam. Also büffelte ich lieber in meinen vier Wänden und beim Umgang mit den Schwimmerinnen ." Reich kann sie als Chef-Trainerin der Limmat-Nixen nicht werden. Es reiche zum Leben, sagt Sedakova dazu. Auf die vom russischen Verband versprochenen WM-Prämien hat sie bisher vergeblich gewartet. Sie sei nun "sozusagen berühmt" in Russland, werde zu grossen Banketten mit wichtigen Persönlichkeiten eingeladen. Aber davon kann sie sich nichts kaufen. "In meiner Heimat fehlt das Geld eben an allen Ecken und Enden", sagt Olga, die bisher jeweils mit einem monatlichen Stipendium von 150 US-Dollar unterstützt worden war. Neidisch auf Sportlerinnen, die beispielsweise im Tennis oder in der Leichtathletik weit entfernt von der Nummer 1 sind und dennoch Millionen verdienen, ist sie nicht. "Beim Synchronschwimmen kann ich dafür ganz Frau bleiben und opfere dem Sport nicht mein Aussehen". Sie hofft nun, zusammen mit Susi Morger einen Sponsoren zu finden. Sie habe als Mädchen in Russland viel durchgemacht. Die Trainings-Bedingungen seien schlecht, die Trainings pickelhart gewesen. Aber dafür habe sie nun in Form der drei WM-Goldmedaillen alles bekommen was sie sich je erträumt hätte. Sie möchte auch den Limmat-Nixen zeigen, dass sich bedingungsloser Einsatz lohnt. "Es gibt hier sehr talentierte Mädels - aber es ist nicht einfach, die Ausbildung und den Sport unter einen Hut zu bringen. Deshalb hören viele gute Schweizer Synchronschwimmerinnen zu früh auf." Für Olga Sedakova hat sich der Durchhaltewille gelohnt, (noch) nicht, was das Finanzielle betrifft, "aber ohne meinen Sport wäre ich nun nicht in Zürich".
Quelle: Kurt Künzle, Züri-Woche 5.2.98
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